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Ab dem Jahr 2026 müssen viele privat Krankenversicherte mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen, die durchschnittlich rund 13 Prozent betragen und in einzelnen Tarifen sogar über 20 Prozent steigen können.
Dieser Anstieg resultiert vor allem aus dauerhaft gestiegenen medizinischen Leistungsausgaben, speziell bei ambulanten Behandlungen, Krankenhausleistungen und zahnärztlichen Versorgungen. Auch die Pflegekosten und die Behandlung in Bereichen wie Neurologie und Psychiatrie haben die Ausgaben zusätzlich in die Höhe getrieben.
In der privaten Krankenversicherung führt das gesetzlich vorgeschriebene System der Beitragsanpassung dazu, dass Beiträge sprunghaft steigen können, wenn die tatsächlichen Kosten die ursprünglich kalkulierten Tarife überschreiten.
Rund 60 Prozent der Versicherten sind von diesen Anpassungen betroffen, während andere durch betriebliche Beitragszuschüsse später oder unterjährig Anpassungen erleben können.
Neben den Mehrkosten durch die Medizinischen Fortschritte, längere Lebenserwartung und Fachkräftemangel im Gesundheitssystem zahlen viele Versicherte derzeit unnötig hohe Beiträge, weil sie ihren Tarif nicht regelmäßig überprüfen oder wechseln.
Das Versicherungsvertragsgesetz (§ 204 VVG) erlaubt einen Tarifwechsel innerhalb desselben Anbieters, ohne Gesundheitsprüfung und ohne Verlust der Altersrückstellungen. Dieser Wechsel kann Einsparungen von 10 bis 30 Prozent ermöglichen, ohne dass die Versicherungsleistungen reduziert werden. In einigen Fällen kann sich die Absicherung sogar verbessern, wenn der neue Tarif modernere Leistungen bietet.
Trotzdem nutzen viele Versicherte diese Möglichkeit nicht, da sie entweder davon nichts wissen oder ihre Versicherer sie nicht aktiv darauf hinweisen.
Für die private Krankenversicherung ist 2026 auch durch die steigende Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro (zuvor 52.200 Euro) relevant, da dadurch für mehr Arbeitnehmer der Eintritt in die PKV erschwert wird. Dieser Wert wird jährlich angepasst und beeinflusst, welche Personen von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung wechseln können.
Insgesamt verdeutlichen diese Entwicklungen, dass privat Krankenversicherte bald mit deutlich höheren Kosten rechnen müssen, gleichzeitig aber durch einen Tarifwechsel ihre finanzielle Belastung mindern können. Ein regelmäßiger Check der Versicherungssituation und eine informierte Tarifwahl sind daher essenziell, um trotz der Beitragsexplosion 2026 Einsparungen zu erreichen und die Versorgung qualitativ hochwertig zu halten.
Quelle:
https://www.chip.de