Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2026 bei 2,9 Prozent bleiben soll. Damit soll die Belastung für Millionen Versicherte vorerst stabil gehalten werden.
Die Entscheidung basiert auf den Berechnungen des sogenannten Schätzerkreises, einer Expertenrunde aus Kassen, Ministerium und Sozialversicherung. Die Orientierungsmarke von 2,9 Prozent entspricht dem aktuellen Niveau und soll als Richtwert für die Kassen dienen. Dennoch warnen Branchenvertreter vor weiteren Erhöhungen, da die Ausgaben im Gesundheitswesen weiter steigen und viele Kassen ihre Rücklagen auffüllen müssen. Die endgültige Festlegung erfolgte mit leichter Verspätung, wie schon im Vorjahr. Die gesetzliche Krankenversicherung bleibt damit für die meisten Versicherten auf dem aktuellen Niveau, während die private Krankenversicherung weiterhin als Alternative für bestimmte Berufsgruppen und Einkommensklassen diskutiert wird.
Zusatzbeitrag bleibt stabil – aber nur auf dem Papier
Die Ankündigung von Ministerin Warken bedeutet, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2026 nicht steigen soll. Die Kassen müssen sich an diesem Wert orientieren, dürfen aber individuell abweichen. Die tatsächlichen Zusatzbeiträge werden von jeder Krankenkasse selbst festgelegt und können je nach wirtschaftlicher Lage zwischen unter 2 und über 4 Prozent liegen.
Die Orientierungsmarke dient als Planungsgrundlage, ist aber keine verbindliche Vorgabe. Versicherte sollten daher weiterhin aufmerksam bleiben und bei Erhöhungen prüfen, ob ein Wechsel der Kasse sinnvoll ist. Bei einer Beitragserhöhung haben Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht.
Warum steigen die Kosten trotzdem?
Die Ausgaben im Gesundheitswesen steigen weiterhin deutlich. Die Schätzungen des Schätzerkreises berücksichtigen nicht, dass viele Kassen ihre Rücklagen auf das gesetzlich vorgeschriebene Mindestniveau auffüllen müssen. Das führt dazu, dass der tatsächliche Durchschnittsbeitrag in der Praxis höher liegen kann als die Orientierungsmarke.
Für das laufende Jahr lag der Zusatzbeitrag bereits bei 2,9 Prozent, obwohl das Ministerium ursprünglich 2,5 Prozent vorgesehen hatte. Die Kassen warnen daher, dass der Durchschnitt im kommenden Jahr über die Drei-Prozent-Marke steigen könnte, wenn die Kosten weiter anziehen.
Was bedeutet das für Versicherte?
Für die meisten gesetzlich Versicherten bedeutet die Entscheidung, dass die Beiträge im nächsten Jahr stabil bleiben. Die individuellen Zusatzbeiträge hängen aber von der jeweiligen Kasse ab. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Zusatzbeitrag wie den allgemeinen Beitrag zur Krankenversicherung. Eine Erhöhung um 0,2 Prozent würde das Nettogehalt oder die Rente um 0,1 Prozent reduzieren.
Versicherte sollten daher ihre Kasse im Blick behalten und bei Erhöhungen prüfen, ob ein Wechsel lohnt. Die private Krankenversicherung bleibt für bestimmte Gruppen eine Option, insbesondere wenn die Beiträge in der gesetzlichen Versicherung weiter steigen.
Politik und Kassen im Dialog
Die Bundesregierung hat mit einem Sparpaket von zwei Milliarden Euro versucht, den Druck auf die Kassen zu mindern. Dennoch warnen Kassenverbände vor weiteren Erhöhungen und fordern strukturelle Reformen. Die Finanzlage vieler Kassen ist angespannt, und die Rücklagen sind vielerorts aufgebraucht.
Fachleute fordern daher, dass der Bund versicherungsfremde Leistungen wie die Krankenversicherungsbeiträge für Grundsicherungsbeziehende aus Steuermitteln finanziert. Nur so könne die Belastung für die Versicherten langfristig gesenkt werden.
Wettbewerb zwischen den Kassen
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen bleibt zentral. Jede Kasse muss ihre Einnahmen und Ausgaben selbst verwalten und kann den Zusatzbeitrag individuell festlegen. Das führt zu unterschiedlichen Beitragssätzen und Leistungen. Versicherte sollten daher immer prüfen, ob sich ein Wechsel lohnt.
Die private Krankenversicherung bietet für bestimmte Berufsgruppen und Einkommensklassen eine Alternative, ist aber nicht für alle geeignet. Die Entscheidung hängt von individuellen Bedürfnissen und der finanziellen Situation ab.
Fazit: Stabilität mit Unsicherheit
Die Festlegung des Zusatzbeitrags auf 2,9 Prozent für 2026 ist ein Signal für Stabilität, aber keine Garantie für konstante Beiträge. Die Kassen warnen vor weiteren Erhöhungen, und die Ausgaben im Gesundheitswesen steigen weiter. Versicherte sollten ihre Kasse im Blick behalten und bei Erhöhungen prüfen, ob ein Wechsel lohnt. Die private Krankenversicherung bleibt für bestimmte Gruppen eine Option, insbesondere wenn die Beiträge in der gesetzlichen Versicherung weiter steigen. Langfristig sind strukturelle Reformen nötig, um die Belastung für die Versicherten zu senken.
Zusammenfassung
- Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung bleibt 2026 bei 2,9 Prozent.
- Die tatsächlichen Zusatzbeiträge können je nach Kasse abweichen, Versicherte haben bei Erhöhungen ein Sonderkündigungsrecht.
- Die private Krankenversicherung bleibt für bestimmte Gruppen eine Alternative, insbesondere bei weiteren Erhöhungen in der gesetzlichen Versicherung.
Quellen:
- https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krankenkassen-gesundheitsministerin-nina-warken-will-zusatzbeitrag-bei-2-9-prozent-halten-a-d99778d1-b7e6-4c26-aaca-bb3f4dc5808f
- https://www.deutschlandfunk.de/warken-setzt-zusatzbeitrag-fuer-gesetzlich-versicherte-auf-2-9-prozent-fest-100.html
- https://www.procontra-online.de/krankenversicherung/artikel/zusatzbeitrag-bleibt-bei-2-9-aber-krankenkassen-warnen-vor-anstieg
- https://www.aerztezeitung.de/Politik/Warken-justiert-den-durchschnittlichen-Zusatzbeitrag-bei-29-Prozent-460940.html
- https://www.sovd.de/aktuelles/meldung/krankenversicherung-gesundheitsministerin-kuendigt-stabilen-zusatzbeitrag-an
- https://rentenbescheid24.de/zusatzbeitrag-2026-bleibt-bei-29-folgen-fuer-versicherte/
- https://insm.de/aktuelles/news/durchschnittlicher-zusatzbeitrag-in-der-gkv-soll-bei-29-prozent-bleiben