Ärzte warnen vor Folgen geplanter GKV-Sparmaßnahmen
Der Sächsische Hartmannbund kritisiert aktuelle Ideen zur Kostendämpfung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Vorsitzender Dr. Thomas Lipp warnt, Eingriffe in die Honorare würden unweigerlich auch die Versorgung der Patienten treffen.
Warum die Ärzte Kürzungen ablehnen
Lipp hält politische Vorschläge, die Ausgaben der GKV vollständig einzufrieren oder von Ärzten zusätzliche Sparbeiträge zu verlangen, für unfair und kurzsichtig. Diese Pläne wiederholten alte Denkmuster, statt neue Lösungen zu fördern.
Unterschied zwischen Sachkosten und Honoraren
Während Kassen künftig auch bei eigenen Sachausgaben sparen sollen, hätten Honorarkürzungen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte unmittelbare Folgen. Nach Ansicht des Hartmannbundes steht jede Kürzung des ärztlichen Honorars für weniger medizinische Leistung – letztlich also für Qualitätsverlust in der Versorgung.
Steigende Kosten belasten die Praxen
Der zuletzt vereinbarte Honorarzuwachs für 2026 liegt laut Lipp deutlich unter den tatsächlichen Preissteigerungen und Gehaltserhöhungen für medizinisches Fachpersonal. Viele Praxen müssten bereits jetzt steigende Betriebskosten ausgleichen – etwa durch verringerte Personalstunden oder das Zurückfahren von Servicezeiten.
Kooperation statt Konfrontation
Trotz der Kritik setzt Lipp auf Dialog mit den Krankenkassen. Positive Beispiele gebe es dort, wo Ärzteverbände und Kassen gemeinsam an Zukunftsmodellen arbeiten, etwa in einem vor zwei Jahren entwickelten Whitepaper. Ziel sei eine nachhaltige Finanzierung, die sowohl Patienten als auch Leistungserbringern zugutekommt.
Finanzierung neu denken
Der Hartmannbund fordert erneut, sogenannte versicherungsfremde Leistungen – etwa gesamtgesellschaftliche Aufgaben – vollständig aus Steuermitteln zu decken. So ließe sich die GKV finanziell entlasten, ohne die medizinische Versorgung zu gefährden. Ein stabiler Ausgleich zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung könne dabei ebenfalls zur Systemstärkung beitragen.
Politische Entscheidungen im Blick
Nach Einschätzung Lipps entstehen die größten Probleme weniger im Verhältnis zwischen Ärzten und Kassen, sondern durch politische Fehlanreize. Nur gemeinsam lasse sich die gesundheitspolitische Weichenstellung verbessern.
Fazit
- Kürzungen bei ärztlichen Vergütungen gefährden die Patientenversorgung.
- GKV-Finanzen sollten durch staatliche Beiträge und nicht auf Kosten der Praxen stabilisiert werden.
- Kooperation zwischen Ärzten und Kassen bleibt entscheidend für nachhaltige Lösungen.