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Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden 2026 voraussichtlich stabil bleiben, obwohl finanzielle Herausforderungen anstehen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat Maßnahmen beschlossen, um die Beitragssätze stabil zu halten, auch wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag vieler Krankenkassen leicht steigen könnte. Experten rechnen mit einem Zusatzbeitrag von etwa 3,1 bis über 3 Prozent, was im Vergleich zu den Vorjahren eine moderate Entwicklung darstellt. Diese Stabilität wird durch kurzfristige Kredite und Reformmaßnahmen unterstützt, um Finanzierungslücken von etwa zwei Milliarden Euro auszugleichen. Gleichzeitig steigt die Beitragsbemessungsgrenze in der GKV auf 5.812,50 Euro monatlich, was bedeutet, dass Gutverdiener weiterhin mehr in die Krankenversicherung einzahlen.
Im Vergleich dazu müssen privat Krankenversicherte (private Krankenversicherung) im Jahr 2026 mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen. Für rund 60 Prozent der Mitglieder wird eine Anpassung von durchschnittlich etwa 13 Prozent erwartet. Diese Entwicklung ist vor allem auf stark gestiegene Behandlungskosten zurückzuführen, darunter höhere Krankenhaus-, Pflege- und Arzneimittelausgaben. Im Gegensatz zur GKV erfolgen die Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung nicht kontinuierlich, sondern sprunghaft, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden.
Warum steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung 2026?
Hauptgründe sind anhaltend hohe Kosten im Krankenhausbereich, die um über 10 Prozent zugenommen haben, sowie ein Anstieg der Pflegekosten um fast 18 Prozent. Zudem erhöhen sich die Leistungen aufgrund medizinischer Fortschritte und steigender Fallzahlen. Die PKV betont, dass diese Anpassungen notwendig sind, um eine hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten.
Auch gesetzlich Versicherte sind von Beitragserhöhungen betroffen: Der durchschnittliche Beitragssatz in der GKV wird voraussichtlich auf rund 18 Prozent steigen, inklusive eines Zusatzbeitrags um etwa 3 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze wird 2026 angehoben, was für viele Versicherte, insbesondere Gutverdiener, höhere Belastungen bedeutet. Ein Beispiel: Der Höchstbeitrag in der GKV könnte auf rund 1.267 Euro pro Monat steigen, was eine Mehrbelastung von etwa 60 Euro gegenüber 2025 darstellt. Dies führt insgesamt zu einer Kostenexplosion im Sozialversicherungssystem, die auch durch politische Sparmaßnahmen und Kredite nur teilweise abgefedert wird.
Welche Möglichkeiten haben Versicherte?
Ein Krankenkassenwechsel kann für gesetzlich Versicherte Einsparungen bringen, da die Zusatzbeiträge je nach Kasse stark variieren und derzeit von 2,18 bis 4,4 Prozent reichen. Für privat Versicherte ist ein Tarifwechsel oder das Prüfen von Beitragsentlastungsoptionen sinnvoll, um steigenden Kosten entgegenzuwirken. Ebenso spielen individuelle Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Tarifwahl eine entscheidende Rolle bei der Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung.
Zusammenfassung:
- Die GKV-Beiträge bleiben 2026 insgesamt stabil dank staatlicher Maßnahmen, Zusatzbeiträge können jedoch leicht ansteigen.
- Die private Krankenversicherung sieht für rund 60 Prozent der Versicherten deutliche Beitragserhöhungen um durchschnittlich 13 Prozent vor.
- Höhere Ausgaben für Krankenhausleistungen, Pflege und medizinischen Fortschritt sind die Haupttreiber der Kostensteigerungen in beiden Systemen.
Quelle:
https://www.zeit.de